06.02.23

Gimpel

Gimpel

Den Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) hast Du bestimmt auch schon einmal in Deinem Garten gesehen. Er zählt zu den 40 häufigsten Vogelarten, die in unseren heimischen Gefilden leben. Dank seines auffälligen Federkleids ist der männliche Gimpel ein wahrer Blickfang.

In Deutschland leben 170 000 bis 330 000 Brutpaare. Daher zählt der Gimpel zu den nicht-gefährdeten Vogelarten. Ganz im Gegenteil: Die kleinen gefiederten Freunde nehmen sogar stark an Bestand zu. Sie haben eine Lebenserwartung von rund 8 Jahren.

Aussehen

Männliche Gimpel zeichnen sich durch eine strahlend orange-rote Färbung aus, die sich von ihren Wangen bis in den unteren Bauchbereich erstreckt. Damit sorgen sie für ordentlich Aufmerksamkeit, wenn sie an Dir vorbeifliegen. Bei den Weibchen ist der Bereich beige-braun gehalten. Im Schnitt erreichen Gimpel eine Größe von 15,5 bis 17 cm.

Im Kontrast dazu besitzen beide Geschlechter gräuliche Schwingen, die zum Flügelende hin schwarz werden. Sie ziert außerdem ein weißer Querstreifen. Bis auf den erwähnten Wangenbereich haben Gimpel einen tiefschwarzen Kopf, der sich besonders kontrastreich von den roten Federn der Männchen, aber auch von den hellen der Weibchen abhebt. Ihr Schwanz ist ebenfalls schwarz gefärbt. Auf der Unterseite befindet sich weißes Gefieder am Bürzel.

Die Jungvögel sind – ungeachtet ihres Geschlechts – hell nach dem Muster der Weibchen gefärbt. Ihr Gefieder am Kopf hat allerdings noch nicht die endgültig schwarze Nuance erreicht.

Klang

Der Ruf der Gimpel äußert sich durch kurze, hohe Pfeiftöne, die der Vogel mehrmals wiederholt. Bei seinem Gesang kommt ein schrilles Zwitschern dazu, das melodisch passt. Da der Singvogel sein Lied nur relativ leise vorträgt, musst Du Dich in unmittelbarer Umgebung aufhalten, um ihn hören zu können.

Ernährung

Der Schnabel der Gimpel ist kurz und kräftig. Damit eignet er sich optimal zum Knacken von Nüssen und zum Öffnen von Sonnenblumenkernen. Beides steht auf seinem Speiseplan. Der Vogel gehört nämlich zu den Körnerfressern. Gemäß ihres Namens fressen Gimpel besonders gern grobe Körner wie Hanfsamen. Aber auch Sämereien wie Mohn und Haferflocken sind Teil ihrer Ernährung. Zusätzlich verspeisen sie Früchte und Beeren.

Wenn Du zu Wildvogelfutter greifst, um die gefiederten Freunde bei der Nahrungssuche zu unterstützen, kannst Du ebenso beobachten, wie Gimpel sich auf Erdnussbruch stürzen.

Die jungen Gimpel bekommen hauptsächlich Würmer und Insekten von ihren Eltern serviert. Erst mit zunehmendem Alter verändern sie ihre Futterpräferenz.

Brutzeit

Die Brutzeit der Gimpel beginnt im Mai und dauert bis in den Juni an. Da sich die Tiere gern in dichten Sträuchern oder Nadelbäumen aufhalten, sind diese Orte auch die erste Wahl für ihr Nest. Dort verstecken es die Zweige hervorragend vor Fressfeinden. Zum Bau der Brutstätte verwenden Gimpel Reisig. Gepolstert wird sie mithilfe von Federn, Moos und weichen Halmen.

Die Eier des Singvogels sind ähnlich auffällig wie das Muster der männlichen Exemplare. Sie haben eine türkisblaue Farbe und dunkelbraune Sprenkel. Insgesamt legt das Weibchen vier bis sechs Eier.

Die Jungen schlüpfen nach ungefähr zwei Wochen. Während dieser Zeitspanne ist das Männchen für die Nahrungssuche zuständig. Da die jungen Gimpel zu Anfang blind sind, kümmern sich die Eltern kontinuierlich um sie. Mit drei Wochen verlassen die nun ausgewachsenen Gimpel-Jungen ihr Nest. Üblicherweise fliegen sie danach noch für eine gewisse Zeitspanne zusammen mit ihren Eltern umher, insbesondere bei der Nahrungsbeschaffung. 

Lebensraum

Gimpel bevorzugen Orte, an denen es dichte Sträucher und Büsche gibt, um sich darin zu verstecken. Dort fallen gerade männliche Gimpel nicht sofort auf. Aus diesem Grund suchen sich die Tiere Plätze mit vielen niedrigen Gewächsen, wie etwa Parks oder Gärten. Du kannst sie aber auch in Misch- und Nadelwäldern sowie auf Friedhöfen entdecken. Gimpel sind keine Einzelgänger, sie fliegen wahlweise als Paar oder sogar mit dem Nachwuchs zusammen umher.

Die Vogelart gehört zu den Standvögeln. Das bedeutet, sie bleibt das ganze Jahr über bei uns. Das betrifft besonders die Männchen. Bei den Weibchen und den jüngeren Vögeln kann es in manchen Fällen vorkommen, dass sie im Herbst eine kleine Reise in wärmere Gebiete unternehmen.

Weitere wissenswerte Fakten rund um den Gimpel

  • Umgangssprachlich bezeichnen manche Menschen den Gimpel auch als Dompfaff. Der Name leitet sich von den Gewändern der Geistlichen ab, die eine rote Farbe tragen.
  • Dem Gimpel wird nachgesagt, dass er besonders gut Melodien wiedergeben kann, die ihm vorgetragen werden. Aus diesem Grund wurde er früher recht oft in Käfigen gehalten.
  • In der Vogelordnung gehören Gimpel zu den Finken (Fringillidae).
  • Die Vogelart wirkt relativ stämmig. Durch ihr Federkleid hat sie einen ausgeprägten Halsbereich. Im Englischen trägt der Gimpel daher den Namen Bullfinch, also zu Deutsch: Stier-Fink.
  • Ein gefiederter Freund mit vielen Namen: Durch die auffällig orange-rote Färbung trägt der Vogel zudem den Namen Blutfink.


Bildquelle(n):
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Wenn Du im Winter aus dem Fenster in Deinen Garten schaust oder bei einem Spaziergang Deinen Blick durch die verschneite Landschaft schweifen lässt, siehst Du viele bekannte Gesichter der Vogelwelt in den Zweigen sitzen.

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